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Parodontitis

Was ist eine Parodontitis?
Bei der Parodontitis handelt es sich um eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparates. Das Zahnfleisch, das den Kieferknochen abdeckt und den Zahn umfasst, zeigt sich ebenfalls entzündet und blutet leicht auf Berührung. Entscheidend ist, dass durch den bakteriellen Angriff die Haltefasern zwischen Wurzel und Knochen und der Knochen selbst zerstört wird, so dass der Wurzelhalt nach und nach verloren geht und es zum Zahnverlust durch Lockerung kommt.Neben dem Bakterienangriff ist auch die Abwehr (Immun-) Antwort des Erkrankten von großer Bedeutung. So kann das Ausmaß der Knochenzerstörung trotz gleicher Bakterien sehr unterschiedlich sein.

Zahnverlust und Gesundheitsrisiko
Weniger gut bekannt ist die allgemeinmedizinische Bedeutung der Parodontitis: die in den Zahnfleischtaschen sitzenden Bakterien werden in großen Mengen in den Blutkreislauf eingeschwemmt. Alarmierend ist die Tatsache, dass die Bakterien in den verengten Arterienabschnitten (Arteriosklerose-Plaques) zu finden sind und damit als Mitverursacher von Herzinfarkt und Schlaganfall ausgemacht wurden. Die Parodontitis stellt somit mitnichten eine Bagatellerkrankung dar und muss höchste Therapiepriorität in der Zahnheilkunde erhalten.Eine wirksame Therapie muss die örtliche Infektion bekämpfen und dabei die Bakterien als Verursacher nicht aus den Augen verlieren.

Der erste Schritt
Nach gründlicher Diagnostik mit Röntgenbildern und Messung der Zahnfleischtaschentiefe wird die Schwere der Parodontitis dokumentiert. Die Therapie der Parodontitis erfolgt dann in mehreren Schritten. Zunächst muss die Mundhygiene so optimiert werden, dass die häusliche Pflege im Kampf gegen die Parodontitis auch effektiv ist.Wichtige Voraussetzung ist auch eine intensive Grundreinigung der Zahnflächen und des Zahnfleischsaums (Prophylaxe, professionelle Zahnreinigung „PZR“). Nach 4 -10 Wochen wird der Erfolg der bisherigen Maßnahmen, meist im Rahmen einer Nachreinigung kontrolliert.

Die klassische Therapie
Bei weiter bestehenden Parodontitiszeichen muss eine Säuberung der Zahnfleischtaschen und
eine Glättung der Zahnwurzeln unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Diese wird bei der Krankenkasse beantragt und gilt als „Parodontosebehandlung“. Diese wird meist auf 2-4 Sitzungen verteilt. Ein Knochenaufbau bei bestimmten Knochendefekten ist möglich, dieser wird jedoch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst.

Der nächste Schritt
Nach 6 – 12 Wochen überprüfen wir erneut den Therapieerfolg. Bei weiter bestehenden Anzeichen einer Infektion ist die mikrobiologische Untersuchung der Taschen und Identifizierung der Bakterien angezeigt, um eine gezielte Antibiotikatherapie: örtlich (Gel/Fäden) oder meist systematisch (Tabletten) einzuleiten. Die Kosten hierfür werden z. Zt. nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Immer auf der Hut
Die Erfolgsaussichten bei rechtzeitiger und systematischer Therapie sind gut bis sehr gut. Dauerhaftes Engagement ist aber notwendig, da die Rückfälle gerade bei Nachlassen der Aufmerksamkeit zu erwarten sind. Um den langfristigen Erfolg zu sichern sind konsequente Mundhygiene durch den Patienten, sowieKontrollen und professionelle Zahnreinigungen in regelmäßigen Abständen unabdingbar.