Zahnärztliche Schlafmedizin

Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist lebenswichtig. Für den „nicht-erholsamen“ Schlaf gibt es viele unterschiedliche Ursachen, die fast immer fachübergreifend von mehreren Spezialisten diagnostiziert werden müssen.

Dies gilt auch für die Therapie, bei der z. B. zahnärztliche Hilfsmittel dazu beitragen können, störende Schnarchgeräusche zu verhindern oder helfen, den Schlaf wieder erholsam zu gestalten.

Werden Schlafstörungen und schlafmedizinische Erkrankungen frühzeitig erkannt, können sie nicht nur erfolgreich behandelt, sondern zukünftig auch vermindert oder durch Vorsorge verhindert werden.

Wie Schnarchen entsteht

Schnarchen ist ausschließlich im Schlaf möglich. Ein Drittel aller Erwachsenen schnarcht, bei Kindern und Jugendlichen sind es ca. 15 bis 20 %. Die Ursache ist eine Verengung der oberen Atemwege, die eine Vibration der Weichgewebe und damit die mehr oder weniger lauten Geräusche auslösen.

Der obere Teil der Luftröhre – der weiche Gaumen, das Gaumenzäpfchen und der Rachenraum – sind Weichgewebe, die weder von Knorpel noch von Knochen abgestützt werden. Im Schlaf wird der obere Luftweg durch die allgemeine Entspannung der Muskulatur – auch der Atemmuskulatur – physiologisch etwas eingeengt. Organische Veränderungen können diese Situation noch verstärken. Der verengte Luftweg erhöht den Luftwiderstand und damit die Geschwindigkeit der Luft beim Einatmen. Es entsteht ein Sog, der die Weichteile vibrieren lässt und die Schnarchgeräusche auslöst.

Bei Anzeichen einer so genannten Schlafapnoe (Schnarchen mit Atemaussetzern) kann ein intraorales (ein im Mund zu tragendes) Schnarchtherapie-Gerät (IST-Gerät) eingesetzt werden, das vom Zahnarzt verordnet und vom Labortechniker angefertigt wird. Dieses Gerät bietet höchsten Tragekomfort: es ist nachstellfähig und lässt während des Schlafs Öffnungs- und Seitwärts-Bewegungen des Unterkiefers zu.

Zahnärztliche Therapie kann Schnarchen stoppen

Intraorale Schnarchtherapie-Geräte – also im Mund befindliche Apparaturen – werden wie eine Zahnspange nachts getragen. Sie basieren in ihrer Wirkung auf einem Handgriff, der bei Ohnmächtigen den Unterkiefer – und damit auch die Zunge – nach vorne holt, um die Betroffenen vor dem Erstickungstod zu bewahren.

Bereits 1984 wurden die ersten intraoralen Schnarchtherapie-Geräte (IST-Geräte) vorgestellt und seitdem ständig weiterentwickelt. An der fachübergreifenden (interdisziplinären) Zusammenarbeit zwischen Schlafmedizinern und Zahnärzten hat die Zahntechnik einen wesentlichen Anteil.

Die praktische Umsetzung bei der Einführung und die systematische Weiterentwicklung der IST-Geräte – gleich welcher Art – erfolgte durch Zahnärzte und Kieferorthopäden.

Wie bei einer Ohnmacht kommt es auch im Schlaf durch die allgemeine Muskelentspannung zur Rückverlagerung der Zunge und dadurch zur Einengung des oberen Atemweges. Durch die „Schnarchschiene“ wird der Unterkiefer – und damit die Zunge – nach vorne verlagert, was zur Erweiterung des Rachenraumes und zu ungestörtem Atemfluss führt.

Intraorale Schnarchtherapie-Geräte

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die Wirksamkeit der zahnmedizinischen intraoralen Apparaturen. Sie können zur Beseitigung des Schnarchens und zur Behandlung leichterer Formen des obstruktiven Schnarchens und bei Schlafapnoe eingesetzt werden.

Am häufigsten werden so genannte „Zweischienen-Systeme“ verwendet. Jeweils für den Ober- und Unterkiefer angefertigte dünne Kunststoffschienen werden dabei durch Führungsstege miteinander verbunden. Diese führen den Unterkiefer und damit gleichzeitig die Zunge während des Schlafs in eine stabile Vorschubstellung. Dadurch wird der obere Atemweg (Pharynx) erweitert und das notwendige Atemvolumen für die Lungen gesichert. Gleichzeitig wird das Schnarchen, dass durch Flattern des Gaumensegels entsteht, beseitigt: Der Atemweg wird durch den Unterkiefervorschub im Durchmesser größer und ein Zusammenfallen des Zungengrundes und der Pharynx-Weichteile verhindert.

Voraussetzungen für intraorale Apparaturen:

    • Mindestanzahl gesunder Zähne (je Kiefer mindestens acht Zähne)
    • weder Zahnstein noch Zahnfleischentzündungen und gute Mundhygiene
    • keine Einschränkungen der Öffnungs-, Vorschub- und Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers
    • um krankhafte Befunde auszuschließen: röntgenologische Diagnose der Zähne, der Kiefer und des Kiefergelenks durch Panorama-Röntgen-Aufnahme

Behandlung mit Protrusionsschienen

Um schlafbezogene Atmungsstörungen bzw. Schnarchen zu beheben, sind im Grunde Dauerbehandlungen notwendig, da die zahnärztlichen Apparaturen – auch die schlafmedizinischen Geräte – keine Heilung herbeiführen, sondern nur während des Schlafes zu einer normalen Atmung verhelfen.

Das bedeutet:

  1. Die Geräte müssen regelmäßig nachts getragen werden.
  2. Die Mitarbeit des Patienten (Compliance) ist für den Therapieerfolg mit verantwortlich.

Testgerät

Ist mit einer Schienentherapie der gewünschte Erfolg zu erwarten? Die Beantwortung dieser Frage ermöglicht ein preiswertes vorgefertigtes Testgerät aus thermoplastischem Kunststoff, das nach Erwärmung direkt im Mund angepasst wird. Damit kann nicht nur der Schlafpartner feststellen, ob das Schnarchen aufhört. Auch der Schnarcher selbst kann beurteilen, ob das Tragen eines Fremdkörpers für ihn (nach einer Eingewöhnungszeit von zwei bis drei Tagen) erträglich ist und ob er sich ausgeruhter fühlt.

Haben Sie Fragen zum Thema Schlafmedizin?

Selbstverständlich beraten wir Sie gerne persönlich in unserer Praxis – bei Fragen rund um das Thema „Schlafmedizin“ freuen wir uns auf Ihre Anfrage.

Vereinbaren Sie noch heute einen Termin, denn gesunder Schlaf ist lebenswichtig!